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Hals und Gesicht – HNO im Park
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Hals und Gesicht

Krankheiten in der Kopf- und Halsregion können wegen der ausgeprägten Organdichte verschiedenste und komplexe Ursachen haben. Hals, Rachen, Kehlkopf, Speicheldrüsen, Schilddrüse, Lymphknoten und zahlreiche Nerven liegen hier eng beieinander. Eine Abklärung beim Hals-Nasen-Ohren-Arzt ist ein erster sinnvoller Schritt.

Angina und Mandeloperationen

Die akute Mandelentzündung (Tonsillitis, Angina) äussert sich durch starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, Fieber und geschwollene Halslymphknoten. Die Gaumenmandeln sind gerötet und oft mit weisslichen Belägen (Stippchen) bedeckt.

Bei wiederkehrenden Mandelentzündungen (mehr als 5–6 Episoden pro Jahr) oder bei Komplikationen wie dem Peritonsillarabszess kann eine Entfernung der Gaumenmandeln (Tonsillektomie) empfohlen werden. Bei Kindern mit vergrösserten Rachenmandeln (Adenoide), die zu Nasenatmungsbehinderung, chronischem Paukenerguss oder Mittelohrbelüftungsstörungen führen, ist die Adenotomie (Entfernung der Rachenmandeln) ein häufiger Eingriff.

Die Tonsillektomie wird in Vollnarkose durchgeführt und erfordert eine Hospitalisation von 2–4 Tagen. Die Rachenmandel-Operation wird in der Regel ambulant durchgeführt. Beide Eingriffe erfordern eine Schonzeit von ca. 2 Wochen mit weicher Kost.

Heiserkeit und Stimmveränderungen

Heiserkeit (Dysphonie) entsteht, wenn die Stimmlippen im Kehlkopf nicht mehr frei und gleichmässig schwingen können. Kurzfristige Heiserkeit nach einer Erkältung ist harmlos und verschwindet in der Regel innerhalb von 1–2 Wochen.

Bei Heiserkeit, die länger als 3 Wochen andauert, sollte eine fachärztliche Untersuchung erfolgen. Mögliche Ursachen sind: Stimmlippenknötchen (Sängerknötchen), Stimmlippenpolypen, Refluxlaryngitis (Sodbrennen), Stimmlippenlähmung (Rekurrensparese), chronische Kehlkopfentzündung oder in seltenen Fällen bösartige Tumoren.

Die Diagnostik erfolgt mittels Kehlkopfspiegelung (Laryngoskopie), bei der die Stimmlippen direkt betrachtet werden. Die Therapie reicht von Stimmhygiene und logopädischer Therapie über medikamentöse Behandlung bis hin zu mikrochirurgischen Eingriffen am Kehlkopf.

Schilddrüsenkrankheiten

Die Schilddrüse liegt im vorderen Halsbereich unterhalb des Kehlkopfes und produziert lebenswichtige Hormone für den Stoffwechsel. Schilddrüsenerkrankungen sind sehr häufig und betreffen Frauen deutlich häufiger als Männer.

Typische Befunde sind: Knotenbildung (Struma nodosa), Über- oder Unterfunktion, Entzündungen (Thyreoiditis) und in seltenen Fällen bösartige Tumoren. Die HNO-ärztliche Abklärung umfasst die Tastuntersuchung, hochauflösende Ultraschalluntersuchung (Sonographie), Blutuntersuchung der Schilddrüsenwerte und bei verdächtigen Knoten die Feinnadelbiopsie (FNP) zur Gewinnung einer Gewebeprobe.

Dank des Fähigkeitsausweises Halssonographie können Dr. Zehnder und Dr. Schlumpf die komplette Schilddrüsendiagnostik inklusive ultraschallgesteuerter Feinnadelbiopsie in der Praxis durchführen. Die weitere Therapie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit Endokrinologen und Chirurgen.

Speicheldrüsenkrankheiten

Der Mensch besitzt drei paarige grosse Speicheldrüsen (Ohrspeicheldrüse, Unterkieferdrüse, Unterzungendrüse) sowie zahlreiche kleine Speicheldrüsen in der Mundschleimhaut. Erkrankungen können sich als Schwellung, Schmerzen oder Mundtrockenheit äussern.

Speichelsteine (Sialolithiasis) sind die häufigste Ursache und entstehen meist in der Unterkieferdrüse. Sie verursachen wiederkehrende, mahlzeitabhängige Schwellungen und Schmerzen. Kleinere Steine können konservativ oder durch Gangspiegelung (Sialendoskopie) entfernt werden.

Entzündungen (Sialadenitis) können akut (bakteriell) oder chronisch auftreten. Tumoren der Speicheldrüsen sind selten, aber ein schmerzloser, langsam wachsender Knoten sollte immer abgeklärt werden.

Die Diagnostik umfasst Ultraschall, gegebenenfalls Feinnadelbiopsie und bei Bedarf MRT oder CT. Bei chronischen Beschwerden oder Tumoren kann eine chirurgische Entfernung der Speicheldrüse erforderlich sein.

Engegefühl am Hals (Globusgefühl)

Das Globusgefühl beschreibt ein Fremdkörper- oder Engegefühl im Hals, als ob etwas «feststeckt», obwohl kein tatsächliches Hindernis vorliegt. Das Schlucken von Nahrung und Getränken ist in der Regel unbeeinträchtigt.

Mögliche Ursachen sind: gastroösophagealer Reflux (stiller Reflux), Muskelverspannungen im Halsbereich, Schilddrüsenvergrösserung, psychische Belastung oder Stress, seltener Schleimhautveränderungen im Rachen oder eine Zervikalspondylose.

Die Abklärung umfasst eine endoskopische Untersuchung des Rachens und Kehlkopfes, Ultraschall des Halses und gegebenenfalls eine Magenspiegelung. Obwohl das Globusgefühl selten eine ernsthafte Ursache hat, ist eine fachärztliche Untersuchung zum Ausschluss behandelbarer Ursachen und zur Beruhigung des Patienten sinnvoll.

Schluckbeschwerden

Schluckbeschwerden (Dysphagie) sind ein ernstzunehmendes Symptom, das verschiedenste Ursachen haben kann. Man unterscheidet Schmerzen beim Schlucken (Odynophagie) von Transportstörungen, bei denen die Nahrung «hängen bleibt».

Mögliche Ursachen sind: Entzündungen im Rachen, Verengungen der Speiseröhre, Tumoren, neurologische Erkrankungen, Refluxkrankheit, Divertikel (Zenker-Divertikel) oder Veränderungen nach Bestrahlung.

Die Abklärung erfolgt mittels endoskopischer Untersuchung des Rachens und Kehlkopfes, gegebenenfalls ergänzt durch eine flexible Endoskopie der Schluckfunktion (FEES), einen Breischluck (Videofluoroskopie) oder eine Ösophagoskopie. Eine frühzeitige Abklärung ist wichtig, um behandelbare Ursachen rasch zu identifizieren.

Anschwellungen und Knoten am Hals

Schwellungen und Knoten am Hals sind ein häufiger Konsultationsgrund. Die Ursachen sind vielfältig und reichen von harmlosen Lymphknotenvergrösserungen bei Infekten über Schilddrüsenknoten und Zysten bis hin zu seltenen Tumoren.

Bei Kindern und jungen Erwachsenen handelt es sich meist um reaktive Lymphknotenvergrösserungen bei Infektionskrankheiten oder um angeborene Halszysten (laterale oder mediane Halszysten). Bei älteren Erwachsenen muss eine bösartige Ursache (Lymphom, Metastase) ausgeschlossen werden, insbesondere bei schmerzlosen, zunehmenden Schwellungen.

Die Diagnostik umfasst Palpation, hochauflösende Ultraschalluntersuchung und bei Bedarf eine ultraschallgesteuerte Feinnadelbiopsie (FNP) zur Gewinnung einer Gewebeprobe. Ergänzend können CT oder MRT erforderlich sein. Die Behandlung richtet sich nach der Ursache.

Hautveränderungen und Hauttumoren

Das Gesicht und der Hals sind besonders der Sonne ausgesetzt, weshalb hier häufig Hautveränderungen und Hauttumoren auftreten. Die häufigsten bösartigen Hauttumoren sind das Basalzellkarzinom (Basaliom) und das Plattenepithelkarzinom, die bei frühzeitiger Erkennung sehr gut behandelbar sind.

Verdächtige Veränderungen (neue oder wachsende Läsionen, nicht heilende Wunden, Veränderung bestehender Muttermale) sollten frühzeitig fachärztlich beurteilt werden. Die chirurgische Entfernung erfolgt mit Sicherheitsabstand, überwiegend in Lokalanästhesie.

Die entstehenden Defekte werden mit lokalen Hautverschiebelappen oder Hauttransplantaten gedeckt, wobei auf ein ästhetisch gutes Ergebnis besonderer Wert gelegt wird. Die Nachsorge richtet sich nach dem Tumortyp und umfasst regelmässige klinische Kontrollen.

Gesichtsnerv (Fazialislähmung)

Die periphere Fazialislähmung äussert sich durch eine akute einseitige Schwäche der Gesichtsmuskulatur: herabhängendes Augenlid, unvollständiger Lidschluss, hängender Mundwinkel und verwaschene Sprache. Die häufigste Form ist die idiopathische Bell-Lähmung, die vermutlich durch eine Virusaktivierung verursacht wird.

Die Prognose ist bei rechtzeitiger Behandlung mit Kortikosteroiden in der Regel gut — etwa 85% der Patienten erholen sich vollständig. Andere Ursachen wie Borreliose, Otitis media, Zoster oticus oder Tumoren müssen durch eine umfassende HNO-ärztliche Untersuchung ausgeschlossen werden.

Bei unvollständiger Erholung stehen rehabilitative Massnahmen (Physiotherapie, Elektrostimulation) und bei bleibenden Lähmungen chirurgische Wiederherstellungsverfahren zur Verfügung.

Rekonstruktive Gesichtschirurgie

Die rekonstruktive Gesichtschirurgie umfasst die Wiederherstellung von Form und Funktion nach Tumorentfernungen, Verletzungen oder angeborenen Fehlbildungen im Gesichtsbereich. Ziel ist es, ein ästhetisch und funktionell gutes Ergebnis zu erreichen.

Die Techniken umfassen lokale Hautverschiebelappen (Rotations-, Transpositions- und Verschiebelappen), Vollhauttransplantate sowie partielle Nasen- und Ohrrekonstruktionen. Die Wahl der Technik hängt von Grösse und Lage des Defekts, der umgebenden Haut und den ästhetischen Einheiten des Gesichts ab.

Eingriffe werden je nach Umfang in Lokalanästhesie in der Praxis oder unter Vollnarkose im Spital durchgeführt.

Schnarchen und Schlafapnoe

Schnarchen entsteht durch die Vibration erschlaffter Weichteile im Rachenraum und kann auf eine obstruktive Schlafapnoe hinweisen. Die HNO-ärztliche Untersuchung konzentriert sich auf die Identifikation der Obstruktionsstelle: Nase, Gaumen, Zungengrund oder eine Kombination. In der Praxis kann ein Messgerät abgegeben werden (respiratorische Polygraphie), welches nach in der Regel einmaligem Tragen in der Nacht zu Hause die Diagnose eines obstruktiven Schlafapnoe-Syndroms (OSAS) bestätigen oder ausschliessen kann.

Therapeutische Optionen umfassen neben allgemeinen Massnahmen (Gewichtsreduktion, Lagetherapie) die chirurgische Behandlung: Nasenscheidewandkorrektur, Muschelverkleinerung, Gaumensegelstraffung mittels Laser- oder Radiofrequenzchirurgie. Die interdisziplinäre Abklärung mit Schlafmedizinern und Pneumologen ist bei Verdacht auf Schlafapnoe essenziell.

Verletzungen am Hals und Gesicht

Verletzungen im Hals- und Gesichtsbereich erfordern eine sorgfältige Erstbeurteilung, da hier wichtige Strukturen (Atemwege, Gefässe, Nerven, Speicheldrüsengänge) auf engem Raum verlaufen. Die Versorgung umfasst Wundversorgung, Frakturbehandlung und bei Bedarf plastisch-chirurgische Rekonstruktion.

Je nach Schweregrad erfolgt die Behandlung ambulant in der Praxis (kleinere Weichteilverletzungen) oder stationär im Spital (komplexe Frakturen, Gefäss- oder Nervenverletzungen). Eine zeitnahe Versorgung ist für das funktionelle und kosmetische Ergebnis wichtig.

Geschmacksveränderungen und Zungenbrennen

Geschmacksstörungen (Dysgeusie) und Zungenbrennen (Burning Mouth Syndrome) können erheblichen Leidensdruck verursachen. Mögliche Ursachen sind: Vitaminmangel (B12, Eisen, Zink), Mundtrockenheit, Pilzinfektionen der Mundschleimhaut (Soor), Medikamentennebenwirkungen, Refluxkrankheit, neurologische Störungen oder hormonelle Veränderungen.

Die fachärztliche Abklärung umfasst eine Inspektion der Mundhöhle, gegebenenfalls Abstriche und Blutuntersuchungen. Die Therapie richtet sich nach der identifizierten Ursache.

Hautfalten (Botox®)

Botulinumtoxin (Botox®) wird zur Behandlung mimischer Falten im Gesicht eingesetzt, insbesondere Stirnfalten, Zornesfalten und Krähenfüsse. Das Toxin hemmt vorübergehend die Muskelkontraktion und glättet dadurch die darüberliegende Haut.

Die Behandlung wird ambulant durchgeführt, dauert ca. 15 Minuten und erfordert keine Betäubung. Die Wirkung setzt nach 3–7 Tagen ein und hält ca. 4–6 Monate an. Eine Auffrischung kann bei Bedarf wiederholt werden.

Lippen und Lippenplastik

Chirurgische Eingriffe an den Lippen werden überwiegend zur Entfernung von Tumoren durchgeführt. Das Lippenkarzinom (Plattenepithelkarzinom) tritt am häufigsten an der Unterlippe auf, oft begünstigt durch chronische Sonnenexposition.

Die Defektdeckung nach Tumorentfernung erfordert besondere Sorgfalt, da die Lippen funktionell (Sprechen, Essen, Trinken) und ästhetisch eine zentrale Rolle spielen. Die Rekonstruktion erfolgt mit direkten Verschlüssen oder lokalen Hautverschiebelappen, meist in Lokalanästhesie.

Mundgeruch

Mundgeruch (Halitosis) hat in ca. 85% der Fälle seine Ursache in der Mundhöhle und wird durch Bakterienbelag auf Zunge, Zähnen und Zahnfleisch verursacht. Seltener sind HNO-Ursachen wie chronische Sinusitis, Tonsillensteine (Tonsillolithe) oder Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts verantwortlich.

Die Behandlung umfasst eine gründliche Mundhygiene einschliesslich Zungenreinigung, regelmässige Zahnarztbesuche und bei Bedarf eine fachärztliche HNO-Abklärung zum Ausschluss nasaler oder pharyngealer Ursachen.

Schleimhautveränderungen in der Mundhöhle

Veränderungen der Mundschleimhaut sind häufig und meist harmlos (z.B. Aphten, Bissverletzungen, Prothesen-Druckstellen). Weissliche Veränderungen (Leukoplakien) oder nicht heilende Wunden sollten jedoch fachärztlich beurteilt werden, da sie in seltenen Fällen eine Vorstufe bösartiger Tumoren darstellen können.

Die Diagnostik umfasst eine sorgfältige Inspektion und bei Verdacht eine Gewebsentnahme (Biopsie) zur histologischen Untersuchung. Die frühzeitige Erkennung und Behandlung von Mundschleimhautveränderungen verbessert die Prognose erheblich.

Tränenfluss

Übermässiger Tränenfluss (Epiphora) kann beidseitig oder einseitig auftreten und hat verschiedene Ursachen. Man unterscheidet eine Überproduktion von Tränenflüssigkeit (z.B. durch Reizung, Allergien, trockene Augen als paradoxe Reaktion) von einer Abflussstörung der Tränenwege.

Bei einer Abflussstörung — häufig durch Verengung oder Verschluss des Tränennasengangs — staut sich die Tränenflüssigkeit und läuft über die Wange. Die Diagnose wird durch Spülung der Tränenwege und gegebenenfalls eine Dakryozystographie (Kontrastmitteldarstellung) gesichert.

Die Behandlung erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Augenfacharzt. Bei einer Verengung des Tränennasengangs kann eine endonasale Tränenwegschirurgie (Dakryozystorhinostomie) durchgeführt werden, bei der operativ eine neue Verbindung zwischen Tränensack und Nasenhöhle geschaffen wird.